Vom 18. April bis 13. Juni präsentiert die Stichting Beeldende Kunst Middelburg (Stiftung für bildende Kunst Middelburg) die Ausstellung Cratere des italienischen Künstlers Francesco Arena in De Vleeshal auf dem Marktplatz. Die Ausstellung wird am Samstag, den 17. April um 17.00 Uhr eröffnet.
Cratere, italienisch für Krater, ist der Titel der Ausstellung in De Vleeshal. Sie ist die erste des bildenden Künstlers Francesco Arena (1978, Italien) in den Niederlanden und schließt an die Veranstaltung Het vergeten bombardement (das vergessene Bombardement) diesen Sommer in Middelburg an.
In vielen Installationen von Arena scheinen Materialien, wie Stein, Sand und Holz, „Objets trouvés“ zu sein, während sie eigentlich sorgfältig vom Künstler zusammengestellt wurden. So auch die Installation in De Vleeshal, die sich auf das Bombardement bezieht, bei dem vor 70 Jahren einen Großteil des historischen Zentrums von Middelburg zerstört wurde. Die Verwüstung während des Krieges ist das Thema der Installation des Künstlers, der in seinem Werk häufig einen Zusammenhang mit der Geschichte und mit wichtigen Ereignissen herstellt, die das kollektive Leben gekennzeichnet haben.
Der Ausgangspunkt dieses Projekts ist ein Foto, das sich auf ein Bombardement auf ein unbekanntes Gebiet zwischen der niederländischen Provinz Zeeland und Belgien im Zweiten Weltkrieg bezieht. Im Vordergrund ist ein Krater in einer Landschaft aus Schutt zu sehen. Der Künstler hat die weggeschleuderte Erdmenge dieses Kraters berechnet und wird diese ebenfalls ausstellen. Davor wird eine Installation erstellt, Gerüste, gefüllt mit Lehm. Die Masse des Materials ist als Metapher für die Verwüstung, die Leere nach dem Bombardement, zu verstehen.
Der Künstler arbeitet oft mit dem Begriff historischer und sozialer Fakten, die er in Maße, Materialien und Massen umsetzt. So baute er für das Kunstwerk 3,24 mq die Gefängniszelle des italienischen Premiers Aldo Moro nach, der 1978 ermordet wurde. Für das Kunstwerk 18.900 metri su ardesia (la strada di Pinelli) berechnete Arena den Abstand der Strecke, die der Anarchist Pinelli zurücklegte, bevor er 1969 im Polizeibüro in Mailand umkam.
Francesco Arena lebt und arbeitet in Cassano delle Murge, Bari (Italien).
Auswahl der Einzelausstellungen: Statement Art Basel 2010. 18.900 metri su ardesia, Monitor, Rom; 2009: 3,24mq, Nomas Foundation, Rom 2008.
website: Francesco Arena
