Diesen Sommer präsentiert De Vleeshal die Ausstellung Uitval uit een mit neuen Arbeiten von Rob Johannesma. (1970, NL)
Die Ausstellung besteht aus zwei Raum füllenden Fotografien und einer Videoinstallation. Das Werk zeigt manipulierte Bilder von Landschaften, die eine Beziehung miteinander und mit dem Betrachter eingehen.
Das größte Foto (In Dark Trees) besteht aus einer komplexen Collage aus Zeitungsausschnitten; ein Nachrichtenfoto eines Trümmerhaufens in Rafah nach einem israelischen Luftangriff, und ein (Zeitungs-) Foto der Malerei Johannes der Täufer in der Wüste aus dem 15. Jh. von Geertgen tot Sint Jans. Davor hängt eine kleinere Fotografie (Back Clack), das den linken Teil der großen Collage wiedergibt, diesmal mit einem anderen Lichteinfall und eingeschnittenen Löchern. Durch die Durchbrechungen wird das große Foto sichtbar und es entsteht so eine Collage im Raum.
Zwischen den Collagen sind Videos installiert die Aufnahmen von Bäumen zeigen, gefilmt auf Vancouver Island.
Johannesma lädt den Zuschauer ein, sich durch das Bewegen zwischen den verschiedenen Werken, durch das „Einsteigen“ in die Collage, selbst ein Bild zu (re)konstruieren.
Das Sehen wird zu einer Erfahrung, die ein Bild aufbaut und wieder zerbricht. Durch diesen Prozess entsteht eine neue Landschaft, die auf dem Verhältnis zwischen dem Bild und dem Raum basiert. Ein vergrößertes, gestochen scharfes Zeitungsfoto zeigt seine Pixel wenn wir uns ihm nähern. Je näher wir kommen, umso verschwommener wird das Bild, es zerfällt gleichsam vor unseren Augen und macht uns so die Illusion des Bildes, des Materials, der Montage bewusst. Auf der anderen Seite zwingen uns die kleinen Fernsehschirme näherzukommen um das Bild scharf zu sehen, darin aufzugehen, und so die Landschaft zu betreten.
Wie in seinen früheren Arbeiten mit Video und Fotografie zeigt Johannesma auch in dieser Ausstellung auf, dass Bilder nicht selbstsprechend sind. Durch die Kombination von Pressefotografie mit traditioneller Malerei wird deutlich, dass die Repräsentation der Wirklichkeit immer schon eine Konstruktion gewesen ist. Sowohl die Zeitungsfotos, die in den Collagen verarbeitet sind, als auch die Videos betonen den montierten, geschichteten Charakter der Bilder. Nicht allein die Realität, auch der Prozess des Wiedergebens derselben und das Material selbst formen das Bild und erschließen dadurch neue Bedeutungen.
Rob Johannesma, geboren 1970 in Geleen, lebt und arbeitet in Amsterdam.
Johannesma wird vertreten durch die Galerie Paul Andriesse in Amsterdam.
Ausbildung
- 1993 – 1997 Gerrit Rietveld Academie, Amsterdam;
- 1996 – 1997 The Cooper Union, New York USA;
- 1997 – The Chinati Foundation, Marfa Texas USA;
- 1997 – 1999 De Ateliers, Amsterdam;
- 2001 – 2002 Vila Concordia, Bamberg D
Ausstellungen (Auswahl)
Solo Ausstellungen (Auswahl)
- 2007-2017 Parallelle Bibliotheek, University of Amsterdam, Oude Turfmarkt, Amsterdam
- 2007 Galerie Paul Andriesse, Amsterdam; 2004 Galerie Zürcher, Paris; Galerie Paul Andriesse, Amsterdam
- 2002 Kunstbunker – Forum für Zeitgenössische Kunst, Nuremberg (D); Kamm Galerie, Berlin; Flatland Gallery, Utrecht (NL); De Hallen, Frans Halsmuseum, Haarlem (NL)
- 2001 Kunstvereniging Diepenheim, Diepenheim (NL) Rob Johannesma, inkijk #3, SKOR (Stichting Kunst en Openbare Ruimte), Amsterdam
- 2000 Team Gallery, New York; Stedelijk Museum Bureau Amsterdam
Ausstellungen (Auswahl)
- 2008 Sea Art Festival, Biennal Busan, Korea; Glocal Affairs, Maastricht; Satelitte Station, W139/Tijdelijk Museum Amsterdam
- 2007 Contour. Continuiteit, Museum Het Prinsenhof, Delft (NL) (cat.)
- 2006 3500 cm2 Art By Way of a Poster, The American Academy, Rome; Zo ziet het paradijs eruit, De Hallen, Haarlem; 3500cm2, The Blue Room, Rome

